Talk unter Freunden

WEM GEHÖRT DIE STADT? ALLEN!

, Lounge der Freunde des Pfalztheaters

Was bedeutet uns der öffentliche Raum? Bürger und Bürgerinnen in Städten der Bundesrepublik gründen Initiativen, um ihre Stadt lebenswerter zu machen. Sie überlassen es nicht mehr allein der Stadtpolitik und den Stadtverwaltungen, zu entscheiden, was der Stadt gut tut oder wie der öffentliche Raum gestaltet werden soll. Über diese Art der Rückgewinnung des öffentlichen Raums und seine Nutzung wollen die “Freunde des Pfalztheaters” in ihrem “Talk unter Freunden” in der Lounge der Freunde des Pfalztheaters sprechen.

“Stadt für alle” heißen die überparteilichen Initiativen, die es seit kurzem auch in Kaiserslautern gibt und die gleich mit ihrer Aktion  “Bankenrettung” am Platz vor der Adler-Apotheke in aller Munde war. Auf eigene Kosten, mit viel handwerklichem Knowhow und etlichen ehrenamtlichen Helfern wurde die Rundbank konstruiert, gebaut und aufgestellt. Und in Windeseile nahmen die Lautererinnen und Lauterer ihr “Geschenk“, die Holzbank rund um die Platane in Besitz. Gibt es eine Rückeroberung des öffentlichen Raumes durch die Bürger? Schlagwörter sind Mitbestimmung und Dialog, Barrierefreiheit, soziales Miteinander, mehr Grün in der Stadt, bezahlbarer Wohnraum, Recht auf Mobilität und Recht auf Kultur. Eben eine “Stadt für alle”.

Wie gehen Politiker und Politikerinnen damit um, wenn Bürger mitreden und mitagieren wollen? Sind solche Bürger willkommen oder werden sie eher als Störenfriede im normalen Politik- und Verwaltungsgeschäft empfunden. Darüber spricht RHEINPFALZ-Redakteur und Moderator Fabian R. Lovisa mit der noch fast neuen Bürgermeisterin Beate Kimmel, die für Kultur, aber auch für Recht und Ordnung in der Stadt zuständig ist.

Der Künstler und Pädagoge Michael Fetzer ist ein weiterer Gesprächspartner. Das Mitglied der Künstlerwerkgemeinschaft (KWG) und Mitinitiator der “Bankenrettung” ist ein kreativer Kopf, der seine Ideen außerdem bei der Pfaff-Initiative “Pfaff erhalten – Stadt gestalten” einbringt und damit ebenfalls zeigt, dass er sich für die Entwicklung der Stadt interessiert und engagiert. Er plädiert für eine lebendige Demokratie und ein “Parkverbot für Falschbauer“.

Markus Clauer, Redakteur im Ressort Kultur und Gesellschaft der RHEINPFALZ in Ludwigshafen und Mitarbeiter der “Zeit”, beschäftigt sich journalistisch mit Literatur, Kunst, Architektur und Design. Er weiß, wovon er redet, scheut sich nicht, klare Worte zu sprechen und verbiegt sich nicht. Dabei führt er nicht den Degen, sondern setzt leichte Stiche mit dem Florett.

Der Thüringer Stadtplaner Stefan Andres ist Dozent der Hochschule Erfurt und nennt sich auch “Promenadologe“. Mit Studierenden zusammen hat er in Erfurt beispielsweise zu “ZeitSeeing Touren” und “Urbanen Spaziergängen” eingeladen. Bei den Spaziergängen werden Orte besucht, die eine Funktion haben oder eine bekommen sollen. Dabei war es nicht unerwünscht, den Finger in offene Wunden zu legen. Die Spaziergangswissenschaft wurde von Lucius Burckhardt in den 1980er Jahren an der Universität Kassel ins Leben gerufen. Seither hat das Fach auch in Erfurt an der Fakultät Architektur und Stadtplanung Einzug gehalten. Zentrale These ist der Spaziergangswissenschaft ist, dass die Umwelt nicht wahrnehmbar ist und wenn doch, dann auf Grund von Bildvorstellungen, die sich im Kopf des Beobachters bilden oder schon gebildet haben. Was bringt diese Methode der alternativen Raumbeobachtung, was können wir daraus lernen?