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Allgemein

Rheinpfalz-Interview zu unserem 50. Geburtstag

By 12. Februar 2018No Comments

„Kultur braucht eine starke Lobby“

Der Förderverein „Freunde des Pfalztheaters“ feiert sein 50. Jubiläum. Aus diesem Anlass veranstaltet der Verein zusammen mit dem Pfalztheater eine Jubiläumsgala, die auf Sonntag, 18. Februar, terminiert wurde und sofort ausverkauft war. Marita Gies hat mit dem Vorsitzenden der Freunde, Michael Krauß, über den Verein und seine Ambitionen gesprochen.

Der Verein wurde 1968 gegründet, um das Pfalztheater zu unterstützen. Warum war das nötig?

Die Gründer des Vereins hatten sich auf die Fahnen geschrieben, das Städtische Theater zu retten. Sie haben nach einer Lösung gesucht, um es vor dem finanziellen Aus zu bewahren. Dafür muss man ihnen heute noch sehr dankbar sein. Sie nahmen Kontakt zum Bezirksverband Pfalz auf, ob er nicht die Trägerschaft des Theaters übernehmen könnte, damit es dann auf stabileren Füßen steht. Das funktioniert bis heute.

Heute, 50 Jahre später, existiert der Verein immer noch. Wird also nach wie vor Unterstützung benötigt?

Solange Kultur nicht als Pflichtaufgabe in unserer Gesellschaft und unserer Verfassung verankert ist, braucht es immer wieder eine starke Lobby für diese nicht weg zu denkenden kulturellen Institutionen.

Andere Vereine klagen über Mitgliederschwund, die „Freunde des Pfalztheaters“ legen konstant zu.

In der Tat, das ist so. 2009 habe ich den Vorsitz übernommen, da standen 290 Mitglieder auf der Liste. Mittlerweile sind wir auf knapp 640 angewachsen.

Wie erklären Sie sich das?

In den letzten Jahren ist es uns sehr gut gelungen, den Verein in der Öffentlichkeit präsent zu machen. Wir verstehen uns als Brückenbauer zwischen dem Pfalztheater und den Bürgern. Unsere vielfältigen Aktivitäten finden bei den Menschen offenbar Anklang, jedenfalls werden sie verstärkt wahrgenommen. Wir geben uns sehr viel Mühe, Hemmschwellen abzubauen. Außerdem muss man sagen, dass das Pfalztheater mit Intendant Urs Häberli unsere Arbeit sehr unterstützt. Das war bereits bei seinem Vorgänger Johannes Reitmeier so.

Wo wollen die „Freunde des Pfalztheaters“ in den kommenden Jahren Schwerpunkte setzen?

Unser großes Ansinnen ist es, den Zuschauer von morgen zu begeistern. Deshalb engagieren wir uns beispielsweise finanziell stark beim Jugend- Abo, einem gemeinsamen Angebot des Pfalztheaters und der „Freunde“, das Jugendlichen den Besuch von sieben Vorstellungen aus allen drei Sparten für 28 Euro ermöglicht. Wir bieten auch immer wieder mal etwas Neues an wie den „Talk unter Freunden“, der sehr beliebt ist. Außerdem machen wir uns für Produktionen stark, die das Pfalztheater allein nicht stemmen könnte. Als Beispiele nenne ich die „West Side Story“, „The Tempest“ oder in dieser Spielzeit die Oper „El Gato Montés“. Und natürlich werden wir nichtmüde werden, viele neue Mitglieder für unser Pfalztheater zu begeistern. Es kann nicht sein, dass wir bei 100.000 Einwohnern nur 640 Mitglieder haben. 1000wären ein schönes Ziel.

Können Sie eine Summe nennen, die der Förderverein für das Pfalztheater im Jahr ausgibt?

Wir konnten dank der steigenden Mitgliederanzahl und damit der Beiträge, dank unserer Sponsoren und Spender unser finanzielles Engagement wesentlich steigern. Da kommen wir über den Daumen auch schon einmal auf 20.000 Euro im Jahr.

Jetzt, im Jubiläumsjahr der „Freunde“, erhält das Pfalztheater ein besonderes Geschenk.

Ja, wir erfüllen dem Theater einen lang gehegten Wunsch und finanzieren eine neue Übertitelungsanlage. Das haben sich auch viele Zuschauer gewünscht. Die Anlage wird voraussichtlich zum ersten Mal bei der Premiere von „El Gato Montés“ am 26. Mai eingesetzt.

Die „Freunde“ organisieren seit zehn Jahren jedes Jahr eine Benefiz-Gala für das und mit dem Pfalztheater. Zum 50. Vereinsjubiläum hat der Vorstand sich besonders ins Zeug gelegt. Was erwartet das Publikum?

Die Benefiz-Gala ist in jeder Spielzeit ein Höhepunkt für unseren Verein, der ohne das Theater nicht zu realisieren wäre. Die Gala ist zudem einer unserer großen Publikumsrenner. In diesem Jahr wird sie das ganze Spektrum des Pfalztheaters repräsentieren. Der Vorstand bereitet das Jubiläumsfest seit dem Sommer sehr engagiert vor. Wir wollen auf unterhaltsame Art die letzten 50 Jahre des Vereins Revue passieren lassen. Und ich kann nur sagen: Ein solcher Verein und ein solches Ereignis können nur dann erfolgreich sein, wenn sich der Vorstand so kongenial ergänzt und zusammenarbeitet wie unserer. Dafür kann ich nur Danke sagen.

Die Rheinpfalz, vom 12. Februar 2018